LUCIA DELLEFANT – ANTON PETZ

FREIHEIT


Eröffnung: Donnerstag, 3. April 2003, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 4. April – 3. Mai 2003.
Öffnungszeiten:
Di – Fr: 9.30 – 13 Uhr, 13.30 – 18 Uhr; Sa: 10 – 13 Uhr
GALERIE SCHAFSCHETZY Färbergasse 2, A-8010 GRAZ

PERFORMANCE von BBB JOHANNES DEIMLING
Sa., 26.4.: „gezwungenermaßen“

Still-Life Performance, mehrmals, ohne fixen Termin
So., 27.4., 15 Uhr: „ich krieg die Tür nicht zu (2)“
Landscape Performance, Abfolge kurzer bildhafter Szenen, 12 und 15 Uhr
siehe dazu auch: www.graz.ultimate-akademie.net

Im Rahmen von „aktuelle kunst in graz“
Geführter Rundgang und Künstlergespräch mit Rainer Metzger
Zeit: So., 27.4., 14 Uhr; Treffpunkt: Galerie Lendl, Gleisdorfergasse 4/II
Rundgang: Galerie Lendl – Galerie Lendl New Space – Galerie Schafschetzy – Neue Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum – Kulturzentrum bei den Minoriten
nähere Informationen: www.aktuellekunst-graz.at, info@aktuellekunst-graz.at

Mit der Ausstellung „Freiheit“ präsentiert die Grazer Galerie Schafschetzy Arbeiten der in München lebenden Künstler Lucia Dellefant und Anton Petz. Der divergente künstlerische Ansatz manifestiert sich in den gezeigten Bildern und Objekten, zwischen den popigen von der Welt der Werbung und des Design inspirierten Werken Lucia Dellefants und der von einer kalkulierten Expressivität gezeichneten Malerei des Anton Petz. Trotz der formalen Gegensätze ergänzen sich die präsentierten Arbeiten, lassen den Ausstellungsbesucher unterschiedliche Aspekte des Begriffs Freiheit reflektieren, und bieten eine spannende Gegenüberstellung zweier Positionen der Gegenwartskunst.

Die Münchner Künstlerin Lucia Dellefant beschäftigt sich in ihrer zentralen Arbeit „my-one“ mit der verbreiteten Sucht, sich mit Hilfe von Statussymbolen in der Gesellschaft zu definieren, bzw. sich über den Kauf dieser Markenartikel eine sozial hohe Position zu erwerben. So gibt ein von ihr entworfenes Logo, als Plastik- und Textilaufkleber produziert, dem Besucher die Freiheit Logos der Design- und Modeprodukte zu übekleben, um seine Unabhängigkeit vom, durch das Firmenlogo repräsentierten, Markendünkel auszudrücken – occupy logos and enjoy your own stuff. Durch die Reduktion der Ware auf das Logo bringt sie die Werbestrategie global operierender Konzerne auf die Spitze, und hinterfragt sowohl diese Firmenpolitik als auch das Kaufverhalten der Konsumenten auf spielerische Weise.
Die „my-one“-Sitzobjekte gestalten den Raum der Galerie Schafschetzy und bieten dem Besucher die Gelegenheit ihre Markenartikel vor Ort in Ruhe zu okkupieren. „my-one“ ist eine Arbeit der Serie „society signs“, in der die Künstlerin Lucia Dellefant mit malerischen Mitteln menschliche Verhaltensweisen und Eigenschaften in typographische Bilder transformiert.

Anton Petz in Graz geboren und seit Jahren in München lebend, zeigt in seinen großformatigen Ölbildern Menschenmassen. Als Flüchtlinge und Demonstranten bringen sie Freiheitsdrang und Freiheitsliebe in Form kollektiven Agierens zum Ausdruck. Frei sein von politischen und wirtschaftlichen Zwängen wird nicht als individueller Kampf um Selbstbestimmung gezeigt sondern als menschliche Grundbestimmung. Durch Reduzierung der Bildschärfe, Steigerung der Farbigkeit und Betonung des Malduktuses, werden die medial überlieferten Bilder ihrer Aktualität beraubt und so zu Zeichen des Aufbruchs.
Portraits österreichischer Schriftsteller, wie z.B. Peter Handkes, Elfriede Jelineks, sind sowohl eine Hommage an diese Persönlichkeiten, als auch an die Bedeutung der Stadt Graz innerhalb der deutschsprachigen Literaturszene. Die Bilder werden durch reliefartige Gestaltung als Bildobjekte zu einem Diskurs über die Methoden und Möglichkeiten der Malerei. Überlagerungen pastoser Pinselstriche lassen diese Motive gleichsam aus der Wand hervortreten und sind so dem Betrachter dieser Objekte ein auf sie, im wörtlichen Sinn, zukommendes Gegenüber menschlicher Selbstbestimmung.

In der Still Life Performance „gezwungenermaßen“ präsentiert sich der Berliner Aktionskünstler BBB Johannes Deimling als eine von Schraubzwingen seiner Freiheit beraubte Kreatur. Dieses stille Bild der Repression läßt den Zuschauer über die negative Definition des Freiheitsbegriffes, das Fehlen jeglicher Selbstbestimmung, reflektieren. In der beklemmende Zurschaustellung des „gezwungenermaßen“ jeder Bewegungsfreiheit beraubten Körpers, präsentiert uns der Künstler ein gleichsam stilles, wie eindrucksvolles Bild gegenwärtiger Aktionskunst.
In seiner zweiten Performance „ich krieg die Tür nicht zu (2)“ bezieht sich der Künstler auf seine Performance vom 4.4.03 in der Ultimate Akademie in Köln, einer Veranstaltungsreihe die sich auf die Kulturhauptstadt 2003 Graz bezieht. Durch collageartige Reihung einzelner sogenannter agierter Bilder entsteht ein neues Werk, als Landscape Performance definiert, das nicht zuvor bestimmbare Freiräume entwickelt.


Kontaktdaten

Adresse: Färbergasse 2
A-8010 Graz
Telefon: (+43) / 0316 / 82 89 82
FAX: (+43) / 0316 / 82 89 82 15
Mail: margit.fritz@galerie-schafschetzy.com