UWE BRESSNIK

Compilation

Eröffnung:
Do, 7. März 2002, 18.00 Uhr

Ausstellungsdauer:
8. März bis 6. April 2002

Öffnungszeiten:
Di – Fr: 9.30 – 13 Uhr, 13.30 – 18 Uhr,
Sa: 10 – 13 Uhr

GALERIE SCHAFSCHETZY
Färbergasse 2, A-8010 Graz

Compilation versammelt verschiedene Arbeitsgruppen aus Bressniks vielfältigem Oeuvre der letzten Jahre unter einem gemeinsamen, scheinbar thematischen Aspekt: nämlich dem von „Musik“ oder weiter gefaßt, dem von „Pop Kultur“ ganz allgemein.

Dieser Aspekt trifft aber nur einen Teilbereich in Bressniks Arbeiten. Im Wesentlichen ist er ein „Medien-Künstler“. Das Medium ist ihm die Message, wobei ihm vorerst alle Medien gleich wichtig sind: Alte wie die „Neue“, analoge wie digitale, konkrete wie abstrakte, – sie alle sind nicht mehr als gleichwertige Mittel zur Beschreibung des jeweiligen Zustandes seiner ideellen Welt. Einer Welt, deren Wesen flottiert, deren Dinglichkeit sich ständig wandelt, und mit ihr auch deren mediale Erscheinung:
Ein Gegenstand, eine Zeichnung wird zum Tonträger,
ein Tonträger zum Bild,
Bilder zu bewegten Bildern, zu Videos,
Videos zu Texturen, zu Sounds,
Sounds, Texturen wieder zu Linien,
Linien zur Zeichnung, zum Objekt, usw., usf…

Es ist die Welt zwischen den Dingen, die Bressnik interessiert und die sich erst im freien, oszillierenden Wechsel ihrer medialen Gestalt offenbart. Bressnik spielt höchst erfindungsreich mit den verschiedensten Medien und spielt sich so frei für den Ernst der (unmöglichen) Erkenntnis vom (möglichen) Wesen der Welt.

….Prägnant und (zu) kurz ließe sich das Schaffen von Uwe Bressnik, das einerseits aus einer konstruktiven und andererseits aus einer dekonstruktiven Haltung schöpft, in einer die Dekonstruktion in die Konstruktion einverleibenden Perspektive zusammenfassen.
Paolo Bianchi (aus Kunstforum, Bd.107, „Künslterzwillinge“)

….Bei Uwe Bressnik ist das Ornament die symbolische Form, die auf ein anderes verweist, welches ersetzt wird. Der verloren gegangene Gebrauchswert wird durch den gewonnenen Symbolwert kompensiert, eine politische Metapher ersten Ranges, der sich allerdings nur durch den spielerischen „Gebrauch“ des Kunstwerkes erschließt.
Peter Zawrel (aus „Bau Holding Kunstfördserungspreis 2000“, Jury-Begründung)

….Eines wird jenseits aller technischen Emanzipation, die wir etwa bei dem außerordentlich witzigen Beitrag Uwe Bressniks „the Sound of Painting“ honoriert haben, klar, daß es oft eben nur die klassischen Techniken sind, die zu interessanten und neuen Lösungen führen.
Peter Weiermair (aus 26. Österr. Grafikwettbewerb 1999, Jury-Begründung)

….Bressniks konzeptuelles Jonglieren mit Bedeutungen schöpft aber nicht nur aus der doppelbödigen, präzisen linguistischen Struktur seiner Werke, er berücksichtigt auch deren eigentliches, bildnerisches Metier. Sie sind deshalb ein vollendeter Kunstorganismus, der mit seinem faszinierenden visuellen „Klang“ die Augen mindestens so wie die Ohren des Betrachters füllt.
Marko Kosan (Bilder und Abbilder, Galerie Falke 1997