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Hannes Priesch

 

 

 

 

 

 

steirischer herbst ´97
27. September bis 31. Oktober

Ausstellung
mit audio-visueller Rauminstallation

Hannes Priesch

SET OF 11 MAPS
dress - curtain - map

 

Die Triologie "Dress - Curtain - Map" versteht sich als Untersuchung der fließenden Grenzlinien zwischen individuell, kollektiv-kulturell und persönlich definierter Körperlichkeit (Dress), privatem und öffentlichem Raum (Curtain), sowie Positio-nierungen und territorialen Abgrenzungen (Map).

Das Konzept dieser Ausstellung geht von der Prämisse aus, daß sich Körper in der Kleidung "abbilden", indem sie von Innen heraus das Objekt Kleidung verformen, es sich anpassen und ihm so Gestalt geben, welches in der Folge individualisiert, ja stellvertretend auftritt. Es beginnt mit einem wechselseitigen Anpassungsprozeß, in dessen Verlauf die Kleidung durch den Austausch und den Kontakt mit Körper einerseits individualisiert wird; andererseits die Gesellschaft über das Objekt Kleidung Einfluß auf die Körperlichkeit der Träger ausübt, indem sie gesellschaftliche Wunsch- und Moralprojektionen etc. in den Kleidungsstücken zum Ausdruck bringt. Daraus entwickelt sich ein physisch sinnlicher, unbewußter, aber doch skulptureller Dialog, der allmählich zu "ver-steinerten" Manifestationen der Körper der Träger in den Objekten Kleidung leitet. Die Präsenz der Personen und zu einem gewissen Grad ihre Autorität hat sich auf die Objekte übertragen. Die Kleidungsstücke werden zu Denkmälern ihrer Träger.

Der Audioaspekt der Installation hat als Prämisse elf, gesprochene Texte (5 deutsch, 6 englisch) - SET OF 11 MAPS - die mittels Gegenständen private Territorien abstecken. Die bezeichneten Gegenstände haben auch hier Stellvertreter-charakter; sie schichten sich wie Sandsäcke um die 11 "characters" auf, die sich hinter den "possessiven Pronominas" zurückziehen: This is my house. This is my son. This is my car...

Die, vom Inhalt der Worte aber auch von deren grafischen Umsetzung in ein fiktives persönliches Schriftbild von stark artifiziellen Charakter, kreierten Figurationen erzeugen Bilder, die gleichzeitig ent-hüllen und verhüllen, und einen sozialen Kontext, einen kollektiven Raster herstellen, der intuitiv zu erfassen ist.