ANTON PETZ - synchron
Anton Petz beschäftigt sich in seinen großformatigen Ölbildern mit der Frage nach der Bedeutung und Wirkung von
massenmedial verbreiteten Bildern und dem damit verbundenen Realitätsanspruch. Der Künstler lässt die vom Fernsehen und
den Zeitungen transportierten Bilder, die als vermeintliche Fakten weitgehend unsere Wahrnehmung prägen, direkt in seine
Kunst einfließen.
Im Zentrum seiner Bestandsaufnahme stehen Darstellungen von Menschenmassen. Die mit gestischen und zielsicher gesetzten
Pinselstrichen gemalten Bilder beabsichtigen keine nähere Kennzeichnung der Einzelpersonen. Wie in den Medienberichten
werden sie nur als Teil einer bestimmten Gruppe wahrgenommen. Petz verliert sich nicht im kleinen naturalistischen Detail.
Es geht ihm um größere Zusammenhänge. So setzt auch erst ab einer gewissen Distanz zur Leinwand der so genannte
Wiedererkennungseffekt dieser zwar vertraut anmutenden Bilder ein, deren Farben und formale Gestaltung jedoch deutlich
von der Überschärfe des gepixelten Fernsehbildes abweichen. Diese künstlerische Umsetzung bewirkt eine neue Sichtweise
und lädt zum Nachdenken über das Dargestellte ein.
"synchron", der Titel der Ausstellung weißt auf die Gleichzeitigkeit der einzelnen Szenen hin, die im
Fernsehen in so genannten Nachrichtenblöcken zeitlich hintereinander gezeigt werden. Wartende Menschen im Regen, eine
energiegeladenen Partystimmung einerseits, Gefangenschaft, Folter und Katastrophen andererseits. Durch die gemeinsame
Präsentation im Galerieraum, die Gegenüberstellung und die gegenseitige Beeinflussung der einzelnen Bilder entsteht ein
inhaltlich-politisches Spannungsfeld, ein Raum zur gesellschaftlichen Reflexion.
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