reflecting art
Christy Astuy, Michela Ghisetti, Karen Holländer, Ronald Kodritsch, Anton Petz, Martin Schnur, Kurt Straznicky
Christy Astuy
Mitunter vieler anderer Räubereien verwende ich Motive aus der Kunstgeschichte, eigentlich schon immer. Dies ist
nichts Neues in der Kunst. Vielleicht das Andere bei mir ist, dass ich es eins-zu-eins tue. Meine Diebstähle sind
offensichtlich. Die Zitate sollen funktionieren als eine Art Code, geladen mit Zeit und Wissen. So kann der
Betrachter verstehen, dass ich an eine Tradition der Malerei anknüpfen möchte: einen gewagten, selbst-ironischen
Versuch, mich einzureihen (auch die Abstrakte Malerei ist vor mir nicht sicher!). Die Bedienung aus dem Supermarkt
der großen Kunst weist auf mein Hinstreben zum Humanistischen.
Christy Astuy
Michela Ghisetti
Michela Ghisetti bezieht sich in diesen Zeichnungen auf drei bekannte Frauenporträts aus der Kunstgeschichte. Die
Künstlerin reagiert auf die Bilder indem sie selbst in die Rolle dieser Frauen schlüpft und sie als Selbstporträts
wiedergibt. Dadurch entsteht ein spannendes Wechselspiel mit der Identität der dargestellten Personen, aber auch
mit der eigenen Identität als Frau und Künstlerin.
Karen Holländer
Karen Holländers Bilder sind autobiografisch zu verstehen. Sie erzählen von ihrem eigenen Leben, das sich
gleichermaßen in lustigen, ironischen, wie auch in ängstlichen oder auch sehnsüchtigen Sequenzen manifestiert. Ein
wichtiges Bildmotiv ist dabei das Selbstbildnis, ein klassisches Sujet dem wir in der Kunstgeschichte seit der
Renaissance immer wieder begegnen. Auf dem Bild "Hommage à Yves Klein" rollt die Künstlerin in Anlehnung
an Ives Kleins Anthropometrien (Körperabbdruckbilder) ihren eingeengten, mit grünen Wollfäden umwickelten Körper
auf der Leinwand ab, um abklatschartige Spuren zu hinterlassen. Anschließend fügte sie noch ein Selbstporträt im
Bild ein, das sie bei dieser Abrollaktion darstellt.
Anton Petz
Die Galerie der Ikonen
In typisch pastosem Farbauftrag hat Anton Petz bisher besonders Menschen aus seinem persönlichen Umfeld nach dem
Leben portraitiert. Petz bevorzugte dabei das Kopfstück oder wahlweise das Bildnis in ganzer Figur. Die Reihe der
hier vorgestellten Bildnisse schließt formal daran an, auch hier handelt es sich formal um Kopfstücke, allerdings
handelt es sich um eine Reihe von meist bekannten Selbstportraits berühmter Künstler des 20. Jahrhunderts. Sie sind
die persönliche, imaginäre 'Ahnengalerie' des Künstlers, sie alle haben ihn irgendwann einmal beeindruckt und
beeinflusst.
Martin Schnur
Zeitungsausschnitte, Filme, Gemälde alter Meister inspirieren Martin Schnur gleichermaßen zu neuen Bildfindungen.
Schnur bedient sich klassischer Sujets wie der Landschaft oder der Darstellung des Menschen. Sehr bewusst studiert
er auch die Techniken von Künstlern anderer Epochen (einige seiner kleinformatigen Bilder sind wie die Werke alter
Meister auf Kupfer gemalt), die er in eine zeitgemäße Bildsprache überträgt. Schnur thematisiert ein spezifisches
Lebensgefühl seiner Generation, das einerseits bestimmt wird durch die Sehnsucht nach Schönheit und Perfektion,
das aber auch geprägt ist durch Einsamkeit, Beziehungslosigkeit und Isolation.
Ronald Kodritsch
Kodritsch beschäftigt sich in seinem Bild "die Nacht" mit dem Motiv der Ophelia. Die wahnsinnige und
ertrinkende Ophelia aus Shakespears Hamlet wurde im 19. Jahrhundert zu einer der populärsten Frauengestalten in
der Kunst. Nicht zur zahlreiche Schriftsteller, sondern auch Maler, wie Füßli, Delacroix, Millais und Redon nahmen
sich dieser Thematik an, die wie es schien prädestiniert dazu war Männerphantasien zu entzünden. Ein weiteres Bild
von Ronald Kodritsch ist eine Hommage an den Musiker Beck, alias Beck Hansen, dessen Musik den Künstler immer
wieder begeistert und anregt. Das Porträt Kate mit Sternen stammt aus der Serie Maler und Modell, in der Kodritsch
auf sehr humorvolle und ironische Weise das Supermodell Kate Moss als seine Freundin und sein Modell ausgibt.
Neuerdings arbeitet Kodritsch an einer Serie von Porträts. Es sind Hundeporträts mit Menschenfrisuren, die wie in
einer imaginären Ahnengalerie die Eitelkeiten der Menschen widerspiegeln.
Kurt Straznicky
Speculum
Die Arbeit bezietht sich auf eine Darstellung Giottos in der Scrovegni-Kapelle in Padua (Ausschnitt aus Joachim
und Anna am goldenen Tor). Mich hat dabei interessiert, wie hier Giotto die Innigkeit der Beziehung durch die
Verschmelzung der Gesichter darstellt (in gewisser Weise ein höchst intelligenter Vorgriff auf den Kubismus). Auf
die (äußerst spannungsgeladene) Verbindungszone dieser Verschmelzung weise ich in meiner Arbeit hin, indem ich sie
durch eine Art Lupe fokussiere.
Mothers little helper
Die Arbeit nimmt Bezug auf Kriminalfilme der 50er und 60er Jahre und auch hier fokussiert sich (wie bei speculum)
das Geschehen auf einen Punkt (ähnlich einer Einschussöffnung).
Kurt Straznicky
|











|